Home

Führungen

Altstadt

Friedhöfe

Brunnen

Palais

Denkmäler

Kunsthist. Museum

Personenkunde

Sagen, Mythologie

Bezirke

Allerlei

Rund um Wien

Quiz

Links

Gästebuch

Kontakt,
Impressum

Home | Denkmäler | Ringstraße | Josef II.

Denkmäler der Wiener Ringstraße

 Kaiser Josef II.
1741 - 1790

Kaiser Josef II.
1741 - 1790

Standort: Josefsplatz - Hofburg
Künstler: Franz Anton Zauner, Friedrich Heinrich Füger

Material: Bronze
Enthüllung: 1807

Kaiser Josef II. in antiker Feldherrenkleidung und Lorbeerkranz

Idee

Kaiser Josef II. war der erste Habsburger, dem öffentlich ein Denkmal gesetzt wurde. Zwar entstand schon einige Jahre zuvor das Reiterstandbild von Kaiser Franz Stephan I., jedoch wurde dieses nur „halböffentlich“ – im alleine dem Kaiserhaus zugänglichen Burggarten aufgestellt.

In Österreich begann man viel später als anderswo mit der gezielten Selbstdarstellung der kaiserlichen Dynastie.

Unter dem Eindruck der Verbreitung der politischen Ideen der französischen Revolution wurde die Stellung der Habsburger als Kaiser des Heiligen Römischen Reiches immer mehr untergraben. Schließlich führte diese Entwicklung sogar zur Auflösung des Reiches (1806) und zur Gründung des Kaisertums Österreich (1804).

Kaiser Josef II.
 
Beides fand unter Kaiser Franz II./I. statt, der nicht nur der Stifter dieses Denkmales war, sondern auch der Ziehsohn seines Onkels Josef II. Aus diesem Zusammenhang heraus ist die Idee, ein Reiterstandbild Kaiser Josephs II. auf einem öffentlichen Platz in Wien zur Aufstellung zu bringen, zu verstehen.

Vorbild Marc Aurel

Das Reiterstandbild zeigt den ältesten Sohn von Kaiserin Maria Theresia, Kaiser Josef II. (1741-1790).

Geschaffen wurde es 1807 vom Tiroler Franz Anton Zauner (1746 - 1822). Kaum war das Denkmal fertig, fingen die Wiener an zum nörgeln: ‚Ja, jetzt wurde soviel Geld ausgegeben und der Kaiser muss auf einer nackerten Decke sitzen und Steigbügel hat er auch keine'.

Damit hatten sie wohl Recht, allerdings lernten die Römer den Steigbügel erst in der Spätantike kennen und Vorbild für das Denkmal war jenes vom römischen Kaiser Marc Aurel (121 – 180 n. Chr.). Es steht am Kapitol in Rom.

Denkmal Marc Anton, Modell
 

Marc Aurel, der dichtende Kaiser ist in Wien ein Begriff, soll er doch auch hier gestorben sein.

An ihn erinnert die Marc Aurel Straße beim Schwedenplatz, an der Hausecke zur Sterngasse steht im zweiten. Stock eine Statue des Kaisers.

Und durch seinen Landsmann Marc Anton (Denkmal) neben der Secession kommt er auch immer wieder ins Gerede: „Die Wiener glauben meiner Seel', ich bin der Kaiser Marc Aurel', legte Weinheber Marc Anton in den Mund.

 
Denkmal Josef II., Modell, 1795
1808 in Schönbrunn aufgestellt


Beschreibung

Vom Entwurf bis zum fertigen Projekt dauerte es 12 Jahre.

Das Modell, 1795 geschaffen, steht seit 1808 im Schlosspark Schönbrunn neben dem Sonnenuhrhaus (vorher Laxenburg).

Den Bronzeguss des bedeutenden klassizistischen Reiterstandbildes führte die k.k. Erzkunstgießerei durch.

Über einem monumentalen quadratischen Aufbau in poliertem Mauthausner Granit erhebt sich ein Stufenpodest. Auf diesem steht der Sockel, umzogen von einem bronzenen Blattwerkfries, und einem weit vorkragenden Gesims.

12 Jahre dauerte die Herstellung
 
Josefsplatz mit Nationalbibliothek, 1912

An den Stirnseiten des Sockels sind die Stiftungstafeln angebracht, die Längsseiten sind mit antikisierenden Bronzereliefs versehen (Josef als Förderer des Handels und Ackerbaus)

Das Denkmal ist von einer Einfriedung umgeben: Bronzeketten verbinden Bollern und die an den Ecken stehenden vier Rundpfeiler, welche von Bronzehauben und Pinienzapfen bekrönt werden.

Die Eckpfeiler aus Granit tragen jeweils vier lorbeerumkränzte Medaillons mit Bronzereliefs.

   


Inschrift Vorderseite

IOSEPHO II. AVG[usto]
QVI
SALVTI PVBLICAE VIXIT
NON DIV(=U) SED TOTVS
Kaiser Josef II., der für das allgemeine Wohl lebte, nicht lange, aber ganz.

Inschrift Rückseite

FRANCISCVS
ROM[anorum] ET AVST[riae] IMP[erator]
EX FRATRE NEPOS
ALTERI PARENTI2
POSVIT
MDCCCVI

Franz, der Römer und Österreichs Kaiser, vom Bruder her ein Neffe, errichtete seinem zweiten Vater (dieses Denkmal). 1806

Kaiser Franz I. (II.) (Denkmal) war der Sohn Leopolds II. Ab seinem 16. Lebensjahr lebte er in Wien bei seinem Onkel Josef II., und wurde von ihm zum Herrscher erzogen. Daher bezeichnet er diesen als seinen zweiten Vater.
Das Denkmal wurde am 3. November 1807 enthüllt.

Die Inschriftentafel auf der Rückseite trägt jedoch die Jahreszahl 1806 an, weil der Stifter und Auftraggeber des Denkmals, Kaiser Franz II./I., in diesem Jahre noch beide Kaisertitel trug (1807 hatte er bereits durch Beendigung des heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation die Würde des Kaisertitels abgelegt gehabt (Franz II.) und war dann "nur mehr" Kaiser von Österreich (Franz I.).

 


Reliefs

Kaiser Josef II. als Förderer des Handels
Im Hintergrund ein Leuchturm und Schiffe (Eröffnung des Freihafens Triest), davor stehen Fama mit der Posaune, ein Consul und Kaiser Joseph II. Rechts Merkur mit geflügeltem Helm und die Allegorie des Handels auf Warenballen sitzend.
(Südseite - Richtung Augustinerkirche).
Kaiser Josef II. als Förderer des Ackerbaus

„Kaiser Joseph II. beglückt seine Länder und Völker durch die auf Reisen gewonnene Klugheit”

Im Hintergrund links ein einfaches Bogengebäude, davor sitzend Europa mit Pferd. Kaiser Josef II., in der Mitte stehend, wird von einem geflügelten Genius geleitet, über dessen Kopf sich am Tierkreis-Halbbogen das Widder-Zeichen, als Hinweis auf den Geburtsmonat des Kaisers, befindet. Rechts vom Kaiser steht die Allegorie der Klugheit, eine Schlange auf der Brust haltend. In der rechten Ecke ragt eine Eiche hervor, davor pflügt ein Knabe die Erde, angeleitet von seinem Vater.
(Nordseite - Richtung Redoutensäle)

Joseph II. war derjenige europäische Herrscher, der die höchste Kilometerleistung seiner Zeit erreichte. In seinen knapp 25 Jahren Regierungszeit war er 6 Jahre unterwegs. Einmal führte ihn eine Reise nach Böhmen, wobei er einem Bauern dem Pflug aus der Hand genommen haben soll und selber das Feld bearbeitete.

Medaillons der Eckpfeiler

Geburt
Wahlspruch
Krönung
Hochzeit

Die 16 Medaillons sind Nachbildungen zeitgenössischer Denkmünzen, welche von Daniel Becker, Ignaz Donner, Johann Martin Krafft, Anton Franz Widemann und Johann Nepomuk Wirth entworfen worden waren.

Sie zeigen Szenen aus dem Leben des Kaiser Josefs, seine Taten und Tugenden:

  • eine Allegorie auf die Geburt Josephs II.,
  • seine Vermählung,
  • die Krönung zum römischen König,
  • seine Tapferkeit,
  • den Aufenthalt in Rom,
  • die Reisen nach Italien und Siebenbürgen,
  • die Verwaltungsorganisation in der neuen Provinz Galizien,
  • die Errichtung einer Hochschule in Lemberg,
  • die Errichtung des Armeninstitutes,
  • die Religionstoleranz,
  • die Errichtung der chirurgischen Akademie,
  • die Vereinigung der Akademie der bildenden Künste und
  • die Gründung des Taubstummeninstituts dar.

Diesem Programm nach handelt es sich um ein Denkmal des aufgeklärten Absolutismus, das die Vorteile eines von einem weisen, väterlichen Monarchen geleiteten Staatswesens den neuen Ideologien der französischen Revolution entgegenstellt.

 

Beginn vorne links, im Uhrzeigersinn
1. Pfeiler

Wahlspruch
Geburt 1741
VIRTVTE ET EXEMPLO

NATVS MDCCXLI DIE XIII MARTII

Durch Tugend und Beispiel
Geboren 1741, am 13. Tag des März

Auge Gottes, Erdball, Schwert und Degen,
Wolkenkreis

Herakles in der Wiege mit den beiden von Hera geschickten Schlangen

   
Hochzeit 1760
Krönung 1764
FELIX CONNVBIVM (sic!!)
CELEBRAT[um] VINDOBONAE
(die) VI. OCT[obris] MDCCLX
GLORIA NOVI SECVLI (sic!!)
EL[ectus] ET COR[onatus] FRANCOF[urti]
MDCCLXIV
Die glückliche Vermählung feierte er in Wien am 6. Oktober 1760.
Als Zierde des neuen Zeitalters erwählt und gekrönt in Frankfurt 1764.
Hymenäus entzündet seine Fackel an einem Altar: Heirat mit Isabella von Bourbon-Parma
Fortuna auf einem Thron, in der Hand Steuerruder und Füllhorn


2. Pfeiler

 

1779 Gründung des Taubstummeninstitutes
1782 Toleranzpatent
SVRDI MVTIQVE SOLLICITVDINE MVNIFICENTIA PRINCIPIS
SOCIETATI SIBIQVE VTILES REDDITI
CONCORDIA RELIGIONVM
 
   
Die Tauben und die Stummen, durch die Vorsorge und Freigiebigkeit des Herrschers der Gemeinschaft und sich (selbst) als nützliche (Mitglieder) wiedergegeben. Die Eintracht der Religionen
 
 
Der Kaiser nimmt zwei Taubstummen die Binde von Ohren und Mund
Zwei Hände greifen ineinander
 
1779 wurde (neben dem Theresianum) das Taubstummeninstitut begründet.  Der Eintracht der Religionen diente das Toleranzpatent (1782)
   
1785 Gründung Josephinum
1786 Gründung Kunstakademien 
CVRANDIS MILITVM MORBIS ET VVLNERIBVS
ACADEMIA MEDICO CHIRVRGICA INSTITVTA VIEN[ae] (sic!!)
MDCCLXXXV
INGENIO ET INDVSTRIA
ACADEMIA VIEN[ae] NOVIS INSTITVTIS AVCTA
MDCCLXXXVI
Zur Heilung der Krankheiten und Wunden der Soldaten die medizinisch-chirurgische Akademie, errichtet in Wien 1785. Mit Talent und Fleiß
Die Akademie in Wien, durch neue Institute vergrößert 1786
 
Das Josephinum in der Währingerstarße
VVLNERIBVS (=vulneribus)
Ein Genius führt drei kleine Allegorien (Malerei, Bildhauerei und Architektur) in den Tempel der Minerva
 
 

Das Medaillon bezieht sich auf die Akademie der bildenden Künste, mit der 1773 die bereits 1766 gegründete Kupferstecher- (und Zeichen-)schule und die 1767 errichtete Graveurschule verbunden wurden. Sie führte von nun an den Titel ,K. k. Akademie der vereinigten bildenden Künste' und gliederte sich in fünf Abteilungen: Malerei, Bildhauerei, Erzschneidekunst, Architektur und Kupferstecherei. Doch erst 1786 konnten alle Abteilungen der Akademie in das frühere Kloster St. Anna verlegt werden.

  Bildhauer zur Zeit Kaiser Josefs II. wurden von der Öffentlichkeit, anders als die Maler, noch immer mehr den Handwerkern zugerechnet. Erst 1783 hatte Joseph II. bestimmt, daß die bürgerlichen Bildhauer... 'bis auf Absterben zwar weiterbestehen durften, daß aber die Meisterprüfungen an der Akademie abgehalten werden sollten'. Das bedeutete dann die endliche Befreiung vom Zunftzwang und den Beginn eines langsamen Umdenkungsprozesses in der öffentlichen Meinung in Bezug auf die Bildhauer.


3. Pfeiler

1773 Siebenbürgen
1784 Gründung Armenhaus
FELICITAS DACIAE
PROFECTIO AVG[usti]
MDCCLXXIII
DILIGE DEVM SVPER OMN[ia] PROX[imum] VT TE IPSVM
PAVPERVM INSTITVTO
VINDOB[onae] MDCCLXXXIV
Das Glück Daciens
Abreise des Kaisers 1773
 
Liebe Gott über alles, deinen Nächsten (aber) wie dich selbst. Mit der Errichtung des Armeninstitutes in Wien 1784
Der Kaiser zu Pferd, zu seinen Füßen eine Frauengestalt mit Stadtwappen von Dacia, links im Hintergrund die weibliche Figur der Freigiebigkeit
Gesetzestafel mit den 10 Geboten im Strahlenkranz auf Wolken schwebend
 
 
   
1784 Gründung Uni Lemberg
1782 Gründung Landtag Lodom.
OPTIMAR[um] ART[ium] LVDIS IN GALICIA CONSTITVT[is]
ACADEMIA LEOPOL[iensis]
MDCCLXXXIIII
CONVENTV ORDIN[atorum] PERPETVO IN GALICIA ET LOD[omeria] CONSTITVTO
MDCCLXXXII
 
Zur Ausbildung in den besten Künsten die in Galizien errichtete Akademie von Lemberg 1784 Mit der Errichtung eines ständigen Landtages in Galizien und Lodomerien, 1782
Altar mit Leier und dem Stadtwappen von Lemberg
Mann und Frau (Allegorien für Staat und Provinzen?) reichen einander die Hände 

Leopolis = Lemberg
Nach dem Plane des Kaisers sollten in den Erblanden nur die Universitäten in Wien, Prag und Lemberg bestehen bleiben, die übrigen in Lyzeen umgewandelt werden.  
 
  

Im September 1782 trat in dem neuerworbenen Galizien zum ersten Male der Landtag zusammen. Wer ihm angehören wollte, mußte vorher seine Rechte nachweisen und sich in die ständische Landmatrikel eintragen lassen. Nach seinem Zusammentritt wählte der Landtag je 3 Vertreter aus dem Herren- und Ritterstande.


4. Pfeiler

Romreise 1769
1769 Italienreise

ROMA EXVLTANS
OB FRATRVM AVGG. (=Augustorum)
ADVENTVM
MDCCLXIX

ITALIA A CAESARE PERLVSTRATA
MDCCLXIX
 
 
Rom frohlockend wegen der Ankunft der kaiserlichen Brüder (Josef II. und Leopold II.) 1769 Italien, vom Kaiser bereist 1768  
 
Roma und der liegende Tiber
Der Kaiser zu Pferd, vor ihm Pallas Athene 
   
1773 Siebenbürgenreise
Tapferkeit
S[enatus] P[opulus]Q[ue] D[aciae]
OPTIMO PRINCIPI
ADVENTUS AVG[usti]
MDCCLXXIII
DER TAPFERKEIT
 
 
Die Behörden und das Volk Daciens dem besten Fürsten, Ankunft des Kaisers 1773  
Stadtmauer mit Tor, Wappen Siebenbürgens (Dacia), Joseph zu Pferd, Gestalt der Freigiebigkeit mit Lorbeerkranz
Lorbeerkranz

Über einem in Stadtmauern eingefügten Tor (wohl von Klausenburg; rumänisch: Cluj-Napoca, ungarisch: Kolozsvär) ist das Landeswappen zu erkennen. Das Wappen von Siebenbürgen ist durch einen roten Balken zwischen Blau und Gold geteilt. Im blauen Feld befindet sich die obere Hälfte eines schwarzen Adlers, gerahmt von Sonne und Mond. Auf dem goldenen Feld im unteren Teil des Wappens sind sieben rote Burgen als eine Anspielung auf den Landesnamen zu sehen.

 

 

11