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Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Ehrengräber | Gruppe 0 | Nr. 39, Ranftl

Johann Matthias Ranftl
Maler, 1804 - 1854

Johann Matthias Ranftl
Maler, 1804 - 1854


Zentralfriedhof, Gruppe 0, Nr. 39

Johann Matthias Ranftl wird 1804 in Wien geboren und fällt damit in die Generation jener Maler, die sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts einer betont realistischen Malerei zuwenden.

Vorreiter dieser Stilrichtung ist in Wien Peter Krafft (Ehrengrab), bei dem Ranftl an der Wiener Akademie studierte. Von größerem Einfluss für seine Malerei wird später aber die Charakterdarstellung Peter Fendis und der Realismus Ferdinand Georg Waldmüllers.

Genreszenen aus dem ärmlichen Dorfleben gehören zu Ranftls bevorzugten Sujets, wobei er sich vor allem um die Erfassung des Augenblicks und seiner besonderen Stimmung bemühte.

Beliebte Protagonisten seiner Gemälde sind liebliche, pausbackige, im Spiel versunkene Kinder oder junge liebevolle Mütter mit Kleinkindern. Eine weitere Besonderheit ist auch Ranftls Vorliebe für die Darstellung von Hunden, was ihn als „Hundemaler” und als „Hunde-Raffael” bekannt machte.

Rastende Mutter mit Kindern (Öl auf Holz)
 

Ranftl studierte an der Wiener Akademie bei Johann Baptist Lampi, Anton Petter und Johann Peter Krafft. Nach Beendigung seines Studiums unternahm er eine Reise nach Russland und arbeitete als Auftagsmaler unter anderem für Alexander Puschkin. Zurück in Österreich, befasste er sich hauptsächlich mit dem Malen von Porträts und Altarbildern.

Als er 1836 mit dem österreichischen Botschafter Fürst Paul Esterházy nach London reiste, erkannte er im Tiermaler Edwin Landseer sein großes Vorbild. So verschrieb er sich der Genremalerei und besonders der Darstellung von Hunden, weshalb er auch "Hunderaffael" genannt wurde. Neben der Malerei beherrschte er mehrere Fremdsprachen und interessierte sich für Politik, weshalb er 1848 für Bauernfelds Revolutionssatire "Republik der Thiere" einige Zeichnungen anfertigte. 1849 wurde er zum Mitglied der Wiener Akademie ernannt. Seinen Lebensabend widmete er der Entwicklung des so genannten "Ranftl'schen Verfahrens", einer galvanografischen Technik. Er starb 1854 in Wien.

 

Link: Ranftl Wikipedia