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Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Ehrengräber | Gruppe 0 | Nr. 59, Gauermann

Jakob Gauermann
Maler, 1773 - 1843

Jakob Gauermann
Maler, 1773 - 1843


Zentralfriedhof, Gruppe 0, Nr. 59

 

Jakob Gauermann, der Vater Friedrichs und Carls, wurde 1773 in Öffingen bei Stuttgart geboren. Nach Beendigung seines Studiums der Malerei an der Hohen Carlsschule in seiner Heimatstadt (1788-1792) ging er nach Wien, wo er sich anfangs mit kleinen Auftragsarbeiten für Verleger durchschlug. 1802 reiste er im Auftrag des "Kunst- und Industrie-Comptoirs" nach Tirol.

Im Jahr 1803 heiratete Gauermann die Ziehtochter des Wiener Instrumentenbauers Anton Walter. Ihm gehörte der Pichlhof in Miesenbach, wo die junge Familie - auch die beiden Söhne wuchsen hier auf - regelmäßig den Sommer verbrachte. Gauermann entdeckte den Reiz dieser damals noch wenig bekannten Voralpengegend und machte das Leben der Bauern, Jäger und Holzfäller zum Schwerpunkt seiner Landschaftsaufnahmen.

1809 schuf Gauermann für den Grafen de Laborde eine Reihe von Ansichten um Gutenstein, Miesenbach und den Schneeberg, die für dessen Werk "Voyage pittoresque en Autriche" verwendet wurden. Der mit über 100 Aquatinta-Stichen illustrierte Prachtband erschien 1821/22 in Paris - hier wurden erstmals im Ausland die Naturschönheiten Österreichs für den beginnenden Fremdenverkehr geschildert. Ab 1811 war Gauermann im Dienste von Erzherzog Johann mit Landschaftsaufnahmen in der Steiermark beschäftigt, für dessen Brandhof er auch Glasfenster entwarf.

Gauermann Leben

Jakob Gauermann, der aus einer Tischlerfamilie im schwäbischen Öffingen stammte, arbeitete sich aus eigener Kraft zum Kammermaler Erzherzog Johanns empor. Jakob, ein ausgezeichneter Pädagoge, führte seine Söhne in die Kunst ein. Verheiratet war er mit Rosina Gauermann.

Sein dritter Sohn, Friedrich Gauermann, wurde am 20. September 1807 in Scheuchenstein am Gutshof Pichl geboren.

Akademische Kompositionsprinzipien, das Studium der Niederländer und die unmittelbare Auseinandersetzung mit der Alpennatur führten Friedrich sehr bald zu künstlerischer Eigenständigkeit. So kam es auch, dass er bereits 1842, also mit 17 Jahren, seine Werke an der Akademieausstellung in Wien zeigen durfte, obgleich er dort noch keinen Malkurs besucht hatte.

1836 wurde er Mitglied der Wiener Akademie, 1848 Ehrenbürger der Stadt Wien und 1855 in Paris mit einem Preis geehrt. Sein Ruf als Tiermaler hatte vor allem in England höchste Anerkennung gefunden; das Kaiserhaus, der Hochadel und das vermögende Bürgertum zählten zu den Käufern seiner Bilder, seine Gemälde gingen nach Deutschland, Frankreich, England, Russland, Polen, Böhmen, Ungarn und Italien.

Trotz seines Erfolges blieb Gauermann immer der, der er von Anfang an war. Und wenn er auch die Großstadt, Galerien und den Kontakt mit Künstlern brauchte, seine Liebe gehörte der Gebirgswelt. Seine Künstlerkollegen, unter anderen Ferdinand Georg Waldmüller, wanderten nicht nur zu denselben Alpenmotiven, sie malten oft auch gemeinsam vor seinen Szenerien, was einen Vergleich ihrer Werke interessant macht. Gauermann war wohl der phantasievollste und effektvollste unter ihnen, der sich mit der lebendigen urtümlichen Natur zu identifizieren wusste. Er begnügte sich nicht mit den üblichen Ansichten, wie sie sich etwa von den berühmten Malerwinkeln aus boten. Für ihn war die Natur stets mit einem lebendigen Ereignis verbunden.