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Hans Hölzel "Falco"
Musiker, 1957 - 1998
Zentralfriedhof, Gruppe 40, Nr. 64
Idee, Entwurf, Planung, Ausführung: Erwin Zechmeister,
enthüllt 1999
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Tod - Grabmal - Leben
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Der Wiener Musiker Hans Hölzel starb mit 40 Jahren an den Folgen eines tragischen Autounfalls in der Dominikanischen Republik (Unfallbericht, Autopsiebericht).
Seine sterblichen Überreste wurden von der Lauda-Air 'James Dean' nach Wien überführt.
Beigesetzt wurde er am Wiener Zentralfriedhof, bekleidet unter anderem mit einem Versace-Hemd, in der Gruppe 40,
Nr. 64, in einem von der Stadt Wien ehrenhalber gewidmeten Grab. |
Hans Hölzel starb mit 40 Jahren. |
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Jene Wiener Motorrad-Rocker, die 1985 im Video "Rock me Amadeus" mitgespielt hatten, trugen seinen Sarg. Darauf lag der Mantel, den er in diesem Video getragen hatte. Das Begräbnis, an dem tausende Menschen teilnahmen, wurde von der Presse "Falcos letzte große Show" genannt - auf wienerisch: "A scheene Leich'!" |
Grabmal
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Lageplan Gruppe 40 |
Lageplan Grab Nr. 64 |
Grabstätte ohne Grabmal |
Idee, Entwurf, Ausführung
Die Idee, der Entwurf, die Planung und auch die Ausführung des Falco-Grabmales stammen von Erich Zechmeister, Steinmetz in Hollabrunn (eine Autostunde von Wien entfernt).
Die Glasplatte aus Panzerglas wurde in Tschechien hergestellt.
Finanziert wurde das Grabmal von Falcos Freund, dem Geschäftsmann Ronald Seunig (Excalibur City). Kostenpunkt umgerechnet ca. 20 000 Euro. |
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Entwurf |
Ausführung |
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Entwurf |
Ausführung |
Obelisk - Der Künstler Falco
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Der drei Meter hohe Obelisk aus rotem afrikanischem Granit, in dessen Steinoberfläche der Name Falco in Glasbuchstaben eingelassen ist, stellt Hans Hölzel als Künstler dar.
Die Steinoberfläche ist ganz glatt poliert, und spiegelt das Bild der Öffentlichkeit wider, vor der sich Falco als perfekte Kunstfigur präsentiert(e).
Der Obelisk in seiner perfekt gearbeiteten, klassischen Form wirkt kraftvoll und unnahbar - im alten Ägypten stellte ein Obelisk die steingewordenen Strahlen des Sonnengottes dar, sowie die Verbindung zwischen der diesseitigen und der jenseitigen Welt. Auch hier soll er ein hochstrebendes, vertikales Zeichen sein, welches vom Irdischen ins Geistige überleitet.
Die rote Farbe des Steines wurde bewusst gewählt, sie steht für die Begriffe Repräsentation und Macht und auch für das Element Feuer, das im Inneren des Künstlers gebrannt hat. |
Obelisk: 'Falco, der Künstler' |
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Die Höhe des Grabmales sorgte für Diskussionen in der Presse, heißt es doch in der Friedhofordnung, dass die Ausmaße eines Grabsteines sich nach denen der umliegenden Gräber richten sollen. Und Falcos Grab ragt eindeutig über alle hinaus.
Aber schließlich war er doch der Größte, sagt man. Der einzige Österreicher (abgesehen von Anton Karas und seiner Melodie "Der Dritte Mann"), der es bisher geschafft hat, die amerikanischen Charts anzuführen.
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Stele - Der Mensch Hans Hölzel
Die Stele (griech. Grabsäule) rechts von der Glasscheibe mit dem keilförmig gravierten, schwarz gefassten Schriftzug "Hans Hölzel 1957 - 1998", steht für den Menschen Hans (Johann) Hölzel. |
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Die Stele entspricht typologisch dem Vergänglichkeitssymbol der abgebrochenen Säule, welches am Friedhof sehr oft vertreten ist. Ungewöhnlich hier ist allerdings, dass der zweite, der abgebrochene Teil, auch dargestellt ist: Er liegt auf dem Grab, parallel zur Glasscheibe.
Ganz eindringlich wird uns hier vor Augen geführt, wie der Mensch Hans dem Leben entrissen wurde. Der stehende und der gefallene Teil ergeben zusammen ungefähr die Höhe des Obelisken.
Als Material hat Zechmeister Basalt gewählt, ein uraltes Lavagestein, organisch entstanden durch die Mächte der Natur. Die Oberfläche des Steines ist rau, die leicht wellige Verwitterungsschicht soll die Verletzlichkeit und die Sensibilität des Menschen Hans Hölzel symbolisieren.
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Stele: 'Hans Hölzel - Der Mensch' |
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Glasscheibe - Sein Werk
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Die 2,30 Meter hohe Panzerglasscheibe zeigt die lebensgroße Figur des Musikers. Vorbild für die im Siebdruck hergestellte Darstellung war ein Foto von der Konzerttour "Nachtflug", so wie es ähnlich auch auf dem Cover vom Album "Nachtflug", 1992 erschienen, zu sehen ist.
Die Glasplatte in Form eines abgebrochenen Tonträgers (CD) symbolisiert das Werk Falcos.
Im unteren Drittel des Kreissegmentes ist die Unterschrift des Popstars zu lesen. Entlang der Bogenlinie stehen einige seiner bekanntesten Musiktitel geschrieben: Der Kommissar, Ganz Wien, Junge Römer, Jeanny, Rock me Amadeus, Out of the Dark (von unten nach oben gelesen).
Dann endet sein Werk - abrupt, wie auch sein Leben - mit einer zickzack verlaufenden Abbruchkante. Schon Out of the Dark war posthum drei Wochen nach seinem Tod erschienen.
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Glasscheibe: 'Falco - Sein Werk ' |
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Album Nachtflug, 1992 |
abgebrochene Glasplatte mit Unterschrift |
Die Glasplatte wurde in zweifacher Ausfertigung hergestellt. Befürchtungen über eventuelle Vandalenakte oder gar Diebstahl erwiesen sich aber als unbegründet, so kam es sechs Jahre später, 2004, zu einer internationalen Charity-Versteigerung über eBay-Österreich (ein Monat Frist).
Der Benefiz-Ertrag von 6850 Euro wurde zugunsten von Musikinstrumenten für SOS-Kinderdörfer gestiftet. |
Grabplatte Mama
Links, vor der Laterne, neben der Glasscheibe, liegt eine Steinplatte mit der Inschrift "Mama, Maria Hölzel, in Liebe Mutter und Sohn". |
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Dieser "Grabstein" war in der ursprünglichen Konzeption des Grabmals nicht vorgesehen, er wurde nachträglich angefertigt und von Falcos Mutter hinzugefügt.
Inzwischen wurde die Platte wieder entfernt, da sie zu Missverständnissen führte: viele dachten, die Mutter sei auch schon gestorben und liege ebenfalls hier begraben. Derzeit erfreut sie sich jedoch noch des Lebens, allerdings nach einem Schlaganfall nicht mehr der besten Gesundheit. |
Grabplatte mit der Aufschrift "Mama" wurde wieder entfernt. |
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Die Mutter von Falco mit Ronald Seunig beim Begräbnis |
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Das Grab ist zu jeder Jahreszeit gut besucht. |
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In dem "gläsernen Schrein" vor dem Grab liegen oft "Devotionalien" wie Liebesbriefe, Kuscheltiere oder Gedichte. Zu Allerheiligen sind hier so viele Kerzen, wie man sie sonst nur bei Johann Strauß Sohn oder Walter Nowotny sieht. |
Leben
1957 wurde Hans Hölzel in Wien geboren. Er war das einzige überlebende Kind einer Drillingsgeburt. Seine Eltern ließen sich früh scheiden. |
Als 4-jähriger bekam er sein erstes Klavier.
Nach dem Besuch des Gymnasiums schlug er kurz den Weg eines bürgerlichen Lebens ein. Er begann eine Lehre bei der österreichischen 'Pensionsversicherungsanstalt der gewerblichen Wirtschaft', die er aber bald abbrach.
Bereits in einigen Bands spielend besuchte er das Wiener Musikkonservatorium. Aber nur ein Semester lang. Dann verließ er Wien und ging 1977 nach Berlin, wo er sich seinen Künstlernamen zulegte: Er war vom DDR-Skispringer Falko Weißpflog so beeindruckt, dass er entschloss sich von nun an Falco zu nennen. |
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Grabmal Falco |
Zurück in Wien spielte Falco 1980 als Bassist in der Band Drahdiwaberl. Sein erster Kulthit 'Ganz Wien' war eigentlich nur als Pausenfüller gedacht gewesen. Im selben Jahr produzierte er "Der Kommissar". Die Single verkauft sich weltweit 7 Millionen mal.
Bekannt wurde Falco auch als Exzentriker. So schützte er seine Designerkleidung bei Auftritten durch Plastiküberzüge vor Beschädigungen. 1986 erlebte er seinen größten Erfolg: die Single Rock me Amadeus war für drei Wochen auf Platz 1 der US-Charts.
Ende 1987 brachte Falco zusammen mit Brigitte Nielsen die Single Body Next to Body heraus, die sich als Flop entpuppte. |
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Falco sang mit Brigitte Nielsen |
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Ein weiterer Flop folgte in seinem Privatleben. Bereits nach einem halben Jahr Ehe trennte er sich 1989 von seiner Frau Isabella Vitkovic.
Kurze Zeit später erfuhr Falco, dass er nicht der leibliche Vater von Katharina-Bianca war, der er das Album Emotional gewidmet hatte. Trotzdem blieb er dem Kind sehr verbunden. |
Falco mit Gattin und nicht-leiblichem Kind |
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1993 spielt er vor 100 000 Fans auf dem Donauinselfest in Wien eines seiner besten Konzerte. Während des Auftrittes schlug ein Blitz in die Bühne ein - nach der Reparatur der Ausrüstung spielte Falco weiter.
1996 verlegte er seinen Wohnsitz aus steuertechnischen Gründen in die Dominikanische Republik (Bild rechts).
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Sein letztes Konzert gab Falco auf einer Weihnachtsfeier der Lauda Air im Dezember 1997. Zwei Monate später verunglückte er bei einem Autounfall tödlich. In seinem Blut konnten Alkohol und Kokain nachgewiesen werden.
Nach seinem Tod wurde das Album 'Out of the Dark', an dem er zuletzt gearbeitet hatte, ein sensationeller Erfolg. Niki Lauda taufte eine Boing in Erinnerung an seinen Freund auf den Namen 'Falco'. |
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Falco auf seinem letzten Konzert mit Niki Lauda |
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Bei der Niederösterreichischen Landesausstellung "Lauter Helden" (2005 am Heldenberg, Kleinwetzdorf) war auch Falco als 'Hero of Music' vertreten.
Um heute ein Held zu werden bedarf es eines außergewöhnlichen Werkes und - wenn möglich - eines spektakulären Todes in jungen Jahren. Beide Bedingungen erfüllte Falco offenbar.
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bearbeitet Jänner 09
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