Home

FÜHRUNGEN

Altstadt

Allerlei

Bezirke

Brunnen

Denkmäler

Friedhöfe

Kunsthist. Museum

Links

Neue Seiten

Palais

Personenkunde

Rund um Wien

Sagen, Mythologie

Quiz

Zentralfriedhof

Über mich

Gästebuch

Kontakt,
Impressum

Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Ehrengräber | Gruppe 0 | Nr. 90, Rumpler

Prof. Franz Rumpler
Maler, 1848 - 1922

Prof. Franz Rumpler
Maler, 1848 - 1922


Zentralfriedhof, Gruppe 0, Nr. 90

Franz Rumpler wurde in Tachau in Böhmen geboren. Der Einfluss der Fürsten Schwarzenberg und Windischgrätz ermöglichte es ihm, an der Wiener Akademie bei Eduard von Engerth zu studieren. Nach Beendigung seines Studiums 1871 brach Rumpler gemeinsam mit Hans Makart nach Italien auf und verweilte dort vier Jahre, bis er vom bekannten Kunsthändler Charles Sedelmayer nach Paris eigeladen wurde.

Ab 1885 leitete Rumpler die Spezialschule für Historienmalerei an der Wiener Akademie. 1904 verlegte er seinen Wohnsitz nach Klosterneuburg, wo er 1906 mit einigen Kollegen den Bund heimischer Künstler Klosterneuburgs gründete und 1922 starb. Leider geriet der Landschafts- und Genremaler bald in Vergessenheit.

Ausritt zur Parforce-Jagd aus Schloss Orth, 1874, Öl auf Leinen, Museum St. Pölten
1824 von Franz I. für den kaiserlichen Privat- und Familienfonds angekauft, diente Schloss Orth lange Zeit als Verwaltungszentrum für die im Marchfeld gelegenen Fondsgüter. Die wildreichen Auwälder an der Donau ließen hier bald ein Zentrum der Hofjagd entstehen.

Das 1874 entstandene Gemälde zeigt eine Parforcejagd des Kronprinzen. Rudolf ist an der Spitze der Jagdgesellschaft, auf einem weißen Pferd reitend, dargestellt. Das Entstehungsdatum legt nahe, in dem Bild ein Auftragswerk zu sehen, das anlässlich des fünfzigjährigen Jubiläums des Ankaufs von Schloss Orth geschaffen wurde. Dies scheint um so wahrscheinlicher, als sich das Gemälde ursprünglich im Besitz des Kaiserhauses befunden haben soll. Der Künstler, der aus Böhmen gebürtige Franz Rumpier, hatte erst wenige Jahre zuvor das Studium der Malerei an der Wiener Akademie beendet. Dass er es jedoch bereits meisterhaft verstand, eine ausgewogene Bildkomposition zu entwerfen und Stimmung wiederzugeben, beweist dieses Frühwerk.

Als Ausgleich zu dem Unruhe und Dynamik vermittelnden Geschehen auf der Straße, der ausreitenden Jägerschaft, der ungeduldig wartenden Hundemeute mit dem Hundeführer und den erschreckt auffliegenden Gänsen stellte Rumpler in der anderen Bildhälfte die Ruhe und Idylle einer Bachlandschaft mit Gänseweide dar. Der gelungene Versuch der Wiedergabe atmosphärischer Stimmung stellt das Gemälde neben etwa zeitgleich entstandene Werke des wohl bedeutendsten Vertreters der österreichischen Stimmungsmalerei, Emil Jakob Schindlers.

(Quelle: W. Krug, in: Waldmüller bis Schiele, Meisterwerke aus dem NÖ Landesmuseum, 2002, S. 118)