Salieri überlebt Mozart um 32 Jahre
Natürlich war er nicht Mozarts Mörder, wie das in Büchern und Filmen behauptet wird, aber er hat doch alles getan, um seinem genialen Gegenspieler Schaden zuzufügen. Während
Mozart am Wiener Hof als Kammerkompositeur angestellt war, hatte Salieri den viel einflussreicheren und besser bezahlten Posten eines Hofkapellmeisters. Der unglaublicheGrund dafür: Kaiser Josef II. hielt Salieri für »bedeutender als Mozart«. Konnte man dem Kaiser noch zugute halten, dass er zwischen Mozarts Werk und den angenehm klingenden, aber farblosen Tönen Salieris nicht zu unterscheiden vermochte, so wusste der aus Venetien stammende Salieri um Mozarts Genie sehr genau Bescheid. Und führte einen erbitterten Kampf gegen ihn. Der Höhepunkt war ein Komponistenwettstreit im Februar 1786, bei dem in Anwesenheit des Kaisers im Schloss Schönbrunn je ein Werk der beiden aufgeführt wurde.
Die Konfrontationging in den Augen der zu dem Ereignis geladenen Wiener Gesellschaft »unentschieden« aus. Da Salieri nur sechs Jahre älter war als er, wusste Mozart, dass er dessen Posten nie erhalten würde. Es ist die Ironie des Schicksals, dass Salieri wenige Tage nach Mozarts Tod - vermutlich selbst Opfer einer Intrige - als Hofkapellmeister zurücktrat. Mozart litt darunter, in Wien nicht zur ersten Garnitur gezählt zu werden. Und so bewarb er sich immer dann, wenn der kränkliche Vizekapellmeister Hofmann ausfiel, um die Stelle als Salieris Stellvertreter - ohne aber je berücksichtigt zu werden. Salieri hat auch hier seine Hände mit im Spiel gehabt.
Glück brachte ihm das Ränkespiel freilich nicht. Antonio Salieri überlebte Mozart zwar um 32 Jahre, er starb jedoch (in seiner Wohnung in der Seilergasse) in geistiger Umnachtung.
Als »Mozarts Mörder« wurde Salieri nicht erst seit Milos Formans Amadeus-Film verdächtigt, sondern schon bald nach seinem Tod. Hatte er selbst doch in der Irrenanstalt behauptet, Mozart getötet zu haben. Musikhistoriker sind der Ansicht, er wollte damit nur zum Ausdruck bringen, dass er seinen Widersacher bei Hof »beseitigt« hatte.
Mozarts Witwe Konstanze war Salieri ob der ständigen Intrigen nicht böse. Und beschäftigte ihn nach Mozarts Tod als Musiklehrer ihres als Wunderkind geltenden Sohnes Franz Xaver Mozart.
Quelle: Markus |