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Franz Freiherr von Wertheim
Industrieller, 1814-1883 

 
 

Franz Freiherr von Wertheim
Industrieller, 1814 - 1883
Zentralfriedhof, Arkadengrüfte Nr. 19

Zu den bemerkenswertesten Persönlichkeiten der Ringstraßenära zählte zweifellos Franz Wertheim.

Aus bescheidenen Verhältnissen stammend, war er als Wanderbursche durch Europa gezogen und hatte schließlich in seiner Vaterstadt Krems begonnen mit Werkzeugen zu handeln und sie zu erzeugen. Wertheim wusste seine technischen Fähigkeiten mit Hilfe eines ausgeprägten Geschäftssinnes zu verwerten.

Als im Jahre 1848 in seine Firma eingebrochen wurde, kam er auf die Idee, einbruchs- und feuersichere Kassen und Tresore zu bauen. Das Patent hiefür konnte er, nachdem er ein Modell 1851 bei der Londoner Weltausstellung gesehen hatte, für Österreich erwerben.

Franz Freiherr von Wertheim

Wertheim feierte den Verkaufserfolg seiner Tresore mit einem fulminanten Fest in der
Gartenbaugesellschaft an der Ringstrasse (heute Gartenbaukino).

Wertheim war damit in die Reihe der österreichischen großindustriellen aufgestiegen und durfte noch im gleichen Jahr Kaiser Franz Joseph als industrieller Experte zur Eröffnung des Suez-Kanals begleiten.

1871 wurde ihm der Kronenorden zweiter Klasse und damit der Freiherrenstand verliehen.

Kaiser Franz Josef in Ägypten
anlässlich der Suez-Kanal-Eröffnung, 1869
Das Bedürfnis der Ringstraßenbarone, den erworbenen Reichtum auf einem dem Hochadel ebenbürtigen Niveau zu repräsentieren, trat bei Wertheim besonders stark hervor.

So wurde etwa sein ungeniertes Streben nach Orden und Auszeichnungen vielfach karikiert.

Das deutlichste Zeichen dieses Anspruchs aber was sein "Palast", den er sich 1864-68 von Heinrich Ferstel an der Ecke Kärntner Ring Schwarzenbergplatz errichten ließ.

Über 100 Jahre später wurde in dem Palais der erste
McDonald's in Wien eröffnet, auch die österreichische Fluglinie AUA hat hier heute ihren Sitz.

Palais Wertheim an der Ringstraße

Der Schwarzenbergplatz, links Palais Wertheim (hinter der Bim)

Durch die angestrebte einheitliche Platzgestaltung bedingt, wurde das Palais Wertheim zum großbürgerlichen Gegenstück des gegenüberliegenden Palais von Erzherzog Ludwig Viktor. 

Ferstel, der auch das erzherzoglich Palais entworfen hatte, schuf für Wertheim einen durchaus ebenbürtigen Bau, ohne jedoch auf eine Andeutung des sozialen Unterschieds zwischen den Bauherrn ganz zu verzichten: So traten etwa bei der Hauptfassade des Wertheimpalais Pilaster und Hermen an die Stellen der Säulen und Skulpturen des Palais Ludwig Viktor.

Ludwig Viktor war der jüngste Bruder Kaiser Franz Josephs. Heute beherbergt das Palais eine Spielstätte des Burgtheaters.

Palais Ludwig Viktor, Hauptfassade
 (Richtung Schwarzenbergplatz)

 

 

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