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Heiligenstädter Friedhof

Kallinger-Prskawetz
Familiengruft

Kallinger-Prskawetz
Familiengruft

Heiligenstädter Friedhof, Teil A, Gruppe TUL, Nr. 1

Die zwei Clan-Linien verkehren nicht miteinander. Bauträger Winfried Kallinger und der eingeheiratete Pleitier Anton Kallinger-Prskawetz bauen jeder an seinem eigenen Netzwerk.

Im Kallinger-Clan gibt es zwei Linien, die miteinander nicht (mehr) in Kontakt stehen: Den Baupleitier Anton Kallinger-Prskawetz und Winfried Kallinger, Chef der Bauträger-Firma Kallco. Beide verfügen über gut funktionierende, aber unterschiedliche Netzwerke.

Prskawetz konnte seine vor dem Konkurs meist über Bauaufträge geknüpften Kontakte zu Wirtschafts- und Politgranden wie Porr-Vorstand Horst Pöchhacker, Siemens-General Albert Hochleitner und Wiens Bürgermeister Michael Häupl bis heute aufrechterhalten.

An Winfried Kallingers Netzwerk knüpfen dagegen Bauträger-Kollegen wie Silvia Renezeder und Buwog-Chef Gerhard Schuster, Wohnbaustadtrat Werner Faymann oder Ex-VP-Chef Erhard Busek. Wesentliche Drehscheibe Kallingers ist seine Wirtschaftskammer-Funktion als Sprecher der Bauträger. "Hier befinde ich mich sozusagen am Puls des Geschehens und setze mich gerne für meine Branche ein", sagt Kallinger. Netzwerke bedeuten für Kallinger "hilfreiches einander Beistehen, basierend auf gegenseitigem Vertrauen und Respekt". Verbindungsglied zwischen diesen beiden Linien war der bereits verstorbene Bautycoon Adalbert Kallinger, der im Jahr 1927 die gleichnamige Baufirma gründete. Wenn man heute von "den Kallingers" spricht, gibt es einerseits Bauträger Winfried Kallinger. Der Chef der Firma Kallco und engagierte Wirtschaftskammer-Sprecher seiner Branche ist der Neffe des Stammvaters Adalbert.

Daneben gibt es Anton Kallinger-Prskawetz, den Pleitier, der 1968 mit 38 Jahren die Tochter des Bauunternehmers Adalbert heiratete. Einen Monat nach der Heirat trat Prskawetz in die Firma des Schwiegervaters ein.

Damals erwirtschaftete das Unternehmen rund 20 Millionen Euro. 1978 wurde Prskawetz von seinem Schwiegervater adoptiert und trägt seither den Doppelnamen Kallinger-Prskawetz.

Kurz nach der Adoption liess sich Prskawetz zwar scheiden, blieb jedoch Boss der Baufirma. Als Adalbert Kallinger im Jahr 1990 starb, hatte Prskawetz das Unternehmen zu einem Grosskonzern ausgebaut. Der Absturz begann in Deutschland, wo Kallinger gemeinsam mit dem deutschen Immobilienentwickler Berthold Kaaf Grundstücke im Berliner Stadtteil Schönefeld aufkaufte. Nachdem Kaaf wegen Verdacht auf Unregelmässigkeiten bei anderen Projekten in Haft genommen wurde, musste Prskawetz die Anteile seines Partners sowie Schulden von mehr als 40 Millionen Euro übernehmen.

Im Juli 2000 meldete Bauunternehmer Anton Kallinger bei rund 400 Millionen Euro Schulden den Konkurs an. 500 Mitarbeiter verloren durch die Insolvenz ihren Arbeitsplatz.

Winfried Kallinger startete zwar in der Baufirma seines Onkels Adalbert, schied aber rasch nach dem Eintritt von Prskawetz aus dem Unternehmen aus. Kallinger baute 1984 als Nachfolger von Erwin Wippel gemeinsam mit Wolfgang Renezeder die Stadterneuerungs Gesellschaft SEG auf. Danach wechselte Kallinger erneut den Job und startete mit seiner Bauträgerfirma Kallco, die sich unter anderem mit der Revitalisierung alter Wiener Fabriken und Schaffung von neuem Wohnraum in diesen alten Hüllen einen Namen gemacht hat.

Allerwelts-Typen sind weder Prskawetz noch Kallinger. Beide frönen aussergewöhnlichen Hobbys wie zum Beispiel dem Sammeln von imposanten Autos.

Prskawetz ist trotz seiner über 70 Jahre flotter Sportwagenfahrer und besucht regelmässig das Wiener Fitness-Center Manhattan. Dort kann man Prskawetz vormittags des Öfteren an der Bar des Nobelsportclubs beim Geniessen von Gesundheit fördernden Fruchtsäften beobachten. Nach der Pleite waren es Prskawetz' engste Freunde aus Politik und Wirtschaft, die ihn wieder aus der selbst gewählten Isolation holten.

Prskawetz galt und gilt als Kunstmäzen, Hotel- und Weinbergbesitzer in Grinzing. Beim Promiheurigen Mayer am Pfarrplatz in Wien-Döbling liess sich Feinspitz Prskawetz sogar eigenen Wein keltern. Zu Glanzzeiten verfügte Prskawetz neben dem Hotel Panhans am Semmering zum Beispiel auch über Anteile am Skilift Hirschenkogel.

Einige durch die Pleite nicht mehr von Prskawetz realisierte Immobilienprojekte wurden und werden von anderen weitergeführt. Dazu gehören zum Beispiel die Überplattung eines Teils der Südosttangente, die Porr übernommen und gebaut hat. Weiters geplant war ein grosses Bürohaus an der Marxerbrücke bei Wien-Mitte. An diesem Standort hat Porr den nunmehrigen Justiz-Turm (City-Tower) errichtet und an die Immofinanz weiterverkauft.

Heute noch existieren einige Gesellschaften, die Prskawetz gemeinsam mit der Porr besitzt. "Die gibt es noch von früher, sie haben keine Bedeutung", sagt Porr-General Horst Pöchhacker. Es handelt sich dabei zum Beispiel um die Firma "Turm und Riegel", an der Prskawetz und Porr jeweils 50 Prozent halten. Weiters die Wohnpark Laaer Berg Verwertungs- und Beteiligungs GesmbH, an der Prskawetz 25 Prozent und Porr 75 Prozent besitzen.

Während Prskawetz einen Blitzstart hinlegte und sich sein kometenhafter Aufstieg schnell wieder ins Gegenteil verkehrte, bastelte Winfried Kallinger langsamer, aber kontinuierlich am Erfolg.

Kallinger gilt inzwischen als einer der bestvernetzten Bauträger Wiens, der mit viel Fingerspitzengefühl agiert. Seine Immobilien-Projekte befinden sich oftmals in sensiblen Lagen. Trotzdem versteht es Kallinger, bei Denkmalschutz und Anrainern nicht anzuecken. Jüngster Coup: das Büroprojekt MQ West, dieses Büro-Loft-Gebäude grenzt direkt an das Wiener Museumsquartier.

Wenige Meter daneben, am Anfang der Mariahilfer Strasse, hatte schon Prskawetz vor seiner Pleite ein ehrgeiziges Projekt in Planung:

Gemeinsam mit den Architekten Coop Himmelb(l)au wollte Prskawetz vor dem Museumsquartier einen Turm errichten, er scheiterte jedoch an Anrainerprotesten.

Die Überplattung der Südosttangente am Monte Laa in Wien hat Porr von Prskawetz übernommen

Mit dem Buwog-Chef entwickelt Winfried Kallinger das Immo-Projekt Heller Zuckerlfabrik in Wien-Favoriten

Bauträger unter sich: Kallinger baute mit dem Vater der heutigen SEG-Chefin Silvia Renezeder die SEG auf

Freundschaftliche Bande verknüpfen Winfried Kallinger mit ÖVP-Mann Erhard Busek

"Immer wieder beste Zusammenarbeit" gibt es mit dem Wiener Wohnbaustadtrat Werner Faymann

Wiens Bürgermeister Häupl und Prskawetz kennen einander noch aus der Blütezeit des Bauunternehmens

Bauen verbindet: Bis heute gibt es einige gemeinsame Projektfirmen von Porr und Prskawetz

Aus einem Bauauftrag von Siemens Österreich-General Albert Hochleitner an Prskawetz wurde Freundschaft

Das romantische Hotel am Zauberberg gehört nunmehr der Tochter von Pleitier Prskawetz

Quelle: Rechnitz

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