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Denkmäler der Wiener Ringstraße
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Dimensionen Künstler Enthüllung Figurenprogramm
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Kaiserin Maria Theresia, 1717 - 1780
Standort:
Burgring (Maria-Theresien-Platz)
Bildhauer: Kaspar
von Zumbusch, Carl Hasenauer (Architektur)
Enthüllung: 13. Mai 1888 |
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Ein Denkmal der Superlative
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Nach dem Reiterstandbild von Erzherzog Carl auf dem Heldenplatz sollte wieder einmal kaiserliches Denkmal auf der Ringstraße errichtet werden.
Die Größe des Hauses Habsburg wollte man noch einmal aufs Podest heben.
Das Maria-Theresien-Denkmal wurde ein Monument der Superlative, sowohl was die Ausführung als auch was die Kosten anbelangt.
Von den Anfängen bis zur Fertigstellung dauerte das Projekt 15 Jahre. |
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Das MT-Denkmal-Projekt dauerte 15 Jahre. |
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Das Denkmal steht zwischen dem Kunst- und Naturhistorischen Museum. |
Kosten, Größe, Gewicht
Die Finanzierung des Denkmals übernahm
der Stadterweiterungsfonds und nicht das Kaiserhaus.
Waren Erzherzog Carl und Prinz Eugen um 200 000
bis 300 000 Gulden zu haben gewesen, die bürgerlichen Standbilder oft um weniger als 100 000 Gulden, so verschlang das Maria-Theresien-Denkmal über 800 000 Gulden (geplant waren 700 000 Gulden).
Die Dimensionen des Denkmals sind wahrlich
gewaltig: der Sockel nimmt eine Fläche von
630 m² ein (das wollte ich nicht glauben und habe
es mit Hilfe eines japanischen Touristen
nachgemessen - es stimmt!). Die Gesamthöhe
beträgt
fast 20 Meter, alleine die Figur der Kaiserin nimmt
6 Meter davon ein.
Die 29 freistehenden und Relieffiguren
aus Bronze haben ein Gewicht von 44 000 kg. Die der
Kaiserin wiegt 11 500 kg.
Die 40 Boller
rund um das Denkmal beziehen sich auf die 40 Regierungsjahre
der Kaiserin.
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630 m², 55 Tonnen schwer,
20 Meter hoch |
Bestandsaufnahme für Renovierung
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Um die Statik dieses schweren Gebildes
auszugleichen, aber auch um gleichzeitig Material
zu sparen, wurde ein ausgeklügeltes Pfeiler-Hohlraum-Gerüst
darunter errichtet, das Schwingungen gleichmäßig
ins Erdreich ableitet.
Die nahe vorbeiführende
U-Bahnlinie hat dem Denkmal zugesetzt. 2009 wurden
umfangreiche Bestandsaufnahmen der Beschädigungen
durchgeführt.
Die Sockelzone hat man bereits gefestigt,
weitere Restaurierungsarbeiten werden (irgendwann?)
folgen - wenn Geld vorhanden ist.
Bild links: russisches Waffendepot
unter dem Denkmal, Aufnahme 1945 |
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Programm und Ausführung
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Den Programmentwurf für das
Denkmal lieferte der Historiker Alfred Ritter von Arneth,
welcher eine 10-bändige Monographie über
Maria Theresia geschrieben hatte.
Dieses Monument sollte durchaus nicht nur ein Denkmal
für
die Kaiserin sein, sondern in gleich hohem Grade
für ihre Generäle, ihre Staatmänner
und Räte und für die Kunst und Wissenschaft
ihrer Zeit. Die Figuren treten hier also nicht als
Nebenfiguren, als Beiwerk auf, sondern symbolisieren
die Säulen der Herrschaft Maria Theresias.
Drei Bildhauer (Kaspar Zumbusch, Johann
Beck, Carl Kundmann) reichten 1874 ihre Entwürfe
und Modelle ein. Zwar gab es offiziell eine Jury,
doch die Entscheidung traf Kaiser Franz Joseph I.
Er gab Zumbusch den Zuschlag,
denn: "... in seinem Projekt steht ein "historisch-realistisches
Moment im Vordergrund". |
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Modell, Wien Museum |
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Gipsmodell in der Hofburg |
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Ausführung : Bildhauer Kaspar von Zumbusch
Zumbusch arbeitete damals gerade am Beethovendenkmal, er schrieb an seine Mutter:
"Das Maria-Theresien- Denkmal soll das größte Denkmal der Welt werden. Du glaubst nicht, wie gerade die neuen Entwürfe Tag und Nacht, sogar im Traum, alles Denken und Trachten in Beschlag nehmen.
Der Gegenstand reizt mich, er spornt mich an, beschäftigt mich unausgesetzt.
Unendlichen Fleißes und großer Mühe hatte es bedurft, mit jeder der darzustellenden Gestalten durch Bilder, Biographien, Reisen in die Schlösser ihrer Nachkommen usw. so weit bekannt zu werden, um sie wahrheitsgetreu nachbilden zu können.
Die aufs gewissenhafteste betriebenen Studien zu Kostümen, Waffen, Sattelzeug usw. nahmen auch sehr, sehr viel Zeit und Arbeit in Anspruch." |
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Büste Kaiser Franz Joseph I.
von Kaspar Zumbusch |
Enthüllung 1888
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Zumbusch hatte sein Werk 1887 nach
13 Jahren vollendet, die Enthüllung fand am
13. Mai 1888 statt, dem Jahrestag des Geburtstages
der Kaiserin Maria Theresia. Und dem Anlass
gemäß herrschte
Kaiserwetter. Mehr als 10 000 Festgäste
waren geladen, die Feierlichkeiten ließ man
sich 30 000 Gulden kosten.
Sogar Kaiserin Elisabeth wohnte der
Enthüllung bei, auch ihr Sohn Rudolf, der sich erstmals
ohne Vollbart zeigte. Acht Personen fielen in Ohnmacht,
darunter der Sohn des Künstlers Zumbusch. Zwei Personen
wurden wegen Taschendiebstahl verhaftet.
Bild
vergrößert
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Bereits am Tage vor der Enthüllung
hatte Kaspar Zumbusch das Kompturkreuz des Franz-Josephs-Orden
erhalten, nun erschien er in Uniform und dem neuen
Orden zu der Einweihungszeremonie.
Er schrieb: "Um 1 Uhr fuhr der
Kaiser (Franz Joseph I.) mit der Kaiserin Elisabeth,
sie kam eigens zu dieser Denkmalenthüllung nach
Wien) vor und wurde von uns an der Ringstraße
empfangen. Enthüllung, Salven des Militärs,
ein Schwarm Tauben, Tedeum, Musik und Gesang. Alle
Glocken der Stadt läuteten und vom Belvedere
herab donnerten 101 Kanonenschüsse.
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Atelier von Kaspar Zumbusch |
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| Der Kaiser hielt eine Rede, die Kaiserin sprach mit mir. Sie sah auch in der Nähe betrachtet sehr gut aus, man kann sagen, immer noch schön und jugendlich. Nach dem Rundgang des Kaiserhauses war die Feier geschlossen. Die Angehörigen der Familien Liechtenstein, Kaunitz, Hauwitz, Khevenhüller, Traun und noch viele andere bestiegen ihre Equipagen, was einige Zeit in Anspruch nahm."
Zumbusch war der gefeierte, gerühmte
und ausgezeichnete Künstler, und auch sechs Beamte,
die an der Entstehung des Denkmales mitgearbeitet hatten,
wurden mit Bronzemedaillen geehrt.
Aber Alfred Arneth
war nicht dabei. Zwar war er als Festgast geladen,
jedoch hoffte er umsonst auf ein freundliches Wort
des Kaisers. Er war verbittert darüber, dass seine
Leistungen nicht genügend gewürdigt wurde.
Zumindest hat Arneth nach seinem Tod
immerwährende Beachtung gefunden, sein
Ehrengrab am Zentralfriedhof
ist das Pendant von Christoph
Willibald Gluck.
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Das Figurenprogramm des Denkmals
Maria Theresia - Feldherren - Berater -
Verwaltung - Militärs - Wissenschaft und Kunst
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Maria Theresia grüßt mit ihrer rechten Hand das Volk, ihre Linke hält das Szepter und die Urkunde der Pragmatischen Sanktion. Auf ihrem Haupt trägt sie keine Krone sondern ein Diadem. Denn welche Krone hätte man ihr denn auch aufsetzen sollen?
Die ungarische oder die böhmische Krone hätten als Signal der Huldigung einer Nationalität aufgefasst werden können, schon Arneth hatte in seinem Programmentwurf festgehalten: "Es sei darauf zu achten, dass nicht etwa ein nach ungarischer Manier verziertes Kleid gewählt werde."
Eine »deutsche« Krone hatte Maria Theresia in diesem Sinne nie
getragen. Schließlich war nur ihr Mann Franz I. Stephan von Lothringen
(1709 - 1765) seit 1745 römisch-deutscher Kaiser gewesen. So fand
man einen Kompromiss und wählte ein Juwelen-Diadem als Symbol der
Einheit des Reiches aus.
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Kaiserin Maria Theresia, Modell |
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Die Tugenden als allegorische Eckfiguren zu Füßen des Thrones.
Inschrift unterhalb des Thrones: Errichtet von Franz Joseph 1888. |
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Feldherren
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Ludwig Andreas Graf Khevenhüller |
Otto Ferdinand Graf Traun |
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Berater
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Vertreter der Außenpolitik
Relief-Hintergrund:
Gloriette |
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| Wenzel Anton Dominik Graf Kaunitz |
Modell |
Relieffiguren: Johann
Christoph Freiherr von Bartenstein, Gundakar Thomas
Graf Starhemberg,
Claudius Florimunde Graf Mercy dÁrgenteau |
Verwaltung
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Vertreter der Verwaltung und Administration
Relief-Hintergrund: Beratungszimmer in der Hofburg |
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| Friedrich Wilhelm Graf Haugwitz |
Modell |
Relieffiguren: Anton
Graf Grassalkovich,
Samuel Freiherr Bruckenthal,
Paul von Riegger,
Carl Anton von Martini,
Josef Freiherr Sonnenfels |
Militärs
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Vertreter des Militärs
Relief-Hintergrund:
Burg Wr. Neustadt |
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Graf Wenzel Fürst Liechtenstein |
Modell |
Relieffiguren: Franz
Moritz Graf Lacy, Andreas Graf Hadik,
Franz Leopold Graf Nadasdy |
Wissenschaft und Kunst
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Vertreter der Wissenschaft und Kunst
Relief-Hintergrund:
Alte Universität |
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Standfigur: Gerhard van Swieten |
Modell |
Relieffiguren: Joseph
Hilarius Eckhel, Georg Pray, Christoph Willibald
Gluck, Joseph Haydn,
Wolfgang Amadeus Mozart als Knabe |
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05 , 11
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