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Dr. Prof. Ludwig Adamovich sen.
Jurist, 1890 - 1955
Zentralfriedhof, Gruppe 33 A, Reihe 2, Nr. 5
Lageplan der Gruppe 33 |
Der bedeutende Jurist stammte aus einer Familie von Gutsbesitzern und Beamten. Nach dem Besuch des Jesuitengymnasiums in Kalksburg studierte er ab 1908 an der Universität Wien Jus, wo er im Jahre 1913 promovierte.
Während des Ersten Weltkrieges eingerückt, war Adamovich nach Kriegsende als Konzeptsbeamter bei der Bezirkshauptmannschaft Gmünd tätig. Bereits 1919 wurde er in das Amt der niederösterreichischen. Landesregierung berufen.
Seit 1. Dezember 1920 gehörte er dem Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes an. 1924 habilitierte sich Adamovich an der Universität Wien für Staats- und Verwaltungsrecht. Im Februar 1930 wurde er in den Verfassungsgerichtshof berufen; nach dem Mai 1933, nach Lahmlegung des Verfassungsgerichtshofes durch das Kabinett Dollfuß, wechselte er in den Verwaltungsgerichtshof.
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Politisch stand Adamovich der Christlichsozialen Partei nahe, galt aber als Legitimist. 1934 wirkte er maßgeblich an der Kodifizierung der berufsständischen Verfassung mit.
Mit 1. Oktober 1934 übernahm er einen Lehrstuhl an der Wiener Universität. Ab November 1934 war er Mitglied des Bundestages.
1936 stellte er seinen juristischen Rat der von Kurt Schuschnigg eingesetzten Untersuchungskommission, die den Zusammenbruch der Versicherungsgesellschaft »Phönix« und seine Hintergründe durchleuchten sollte, zur Verfügung.
Noch am 16. Februar 1938 von Kanzler Schuschnigg zum Justizminister berufen, wurde er nach dem März 1938 aller seiner Ämter enthoben und mit 31. August 1938 in den Ruhestand versetzt. |
Ludwig Adamovich sen. |
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Nach dem Zweiten Weltkrieg war Adamovich seit 1. Mai 1945 Rektor der Wiener Universität, gleichzeitig wirkte er als Berater der Staatskanzlei in verfassungsrechtlichen Fragen. Mit 19. Juni 1946 wurde er zum Präsidenten des Verfassungsgerichtshofes ernannt.
Werke: Grundriß des österreichischen Staatsrechts (1927), Die österreichischen Verfassungsgesetze des Bundes samt Ausführungs- und Nebengesetzen (gemeinsam mit Georg Froehlich, 1930), Handbuch des österreichischen Verwaltungsrechts (1953/54). |
Adamovich, Ludwig jun. wurde am 24. August 1932 in Innsbruck geboren, so wie sein Vater studierte er Jus, ab 1956 war er im Verfassungsdienst des Bundeskanzleramtes tätig, zu dessen Leiter er 1976 ernannt wurde.
1974 - 1977 lehrte er an der Universität Graz, 1977 avancierte er zum Sektionschef. Seit 1984 ist der politisch Ungebundene Präsident des Verfassungsgerichtshofes, wobei seine Ernennung gegen den Protest der ÖVP erfolgte. 1991 war er auch als möglicher Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten im Gespräch.
Ende 2009 gab Adamovich in seiner Funktion als Leiter einer Ermittlungskommission, die beauftragt wurde den Entführungsfall Natascha Kampusch aufzuarbeiten, mehrere kritische Interviews. Daraufhin wurde er von Angehörigen des Entführungsopfers wegen übler Nachrede geklagt und schließlich nicht rechtskräftig verurteilt. |
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Ludwig Adamovich jun. |
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