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Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Ehrengräber | Gruppe 32 A | Nr. 16, Lanner

Ehrengräber Tor 2
Zentralfriedhof

  Josef Lanner  
Komponist, 1801 - 1843 

Josef  Lanner
Komponist, 1801 - 1843


Zentralfriedhof, Gruppe 32 A, Nr. 16

Lageplan Gruppe 32 A

Der Bratlgeiger und sein Kompagnon Strauß Vater

Die Musiker der Vorstädte wurden damals »Bratlgeiger« genannt, weil sie als Gage in den Wirtshäusern pro Abend ein gebratenes Stück Fleisch ("Schweinsbraten") bekamen.

Einer von ihnen war Joseph Lanner, der als achtzehnjähriger Sohn eines Handschuhmachers mit zwei anderen Musikern von Lokal zu Lokal zog.

Als er einen Violaspieler suchte, stieß er auf den Musiker Johann Strauß Vater. Dieser übernahm nun als Jüngster der Kapelle die Aufgabe, mit einem Teller durch den Gasthaussaal zu gehen, um für die Musiker ein paar zusätzliche Münzen einzusammeln.

Allzu viele waren's nicht, weshalb Lanner und Strauß auf der Laimgrube ein gemeinsames Zimmer bezogen.

Zeitweise waren die beiden Freunde so arm, dass sie zusammen nur ein Hemd besaßen. In dieser Zeit konnte immer nur einer ausgehen, und der andere blieb zu Hause.

Die finanzielle Not änderte sich schlagartig, als sie im Sommer 1824 ihren Einstand im Garten des Prater-Cafes feierten. Hier fanden sie ihr Publikum, das ständig um Zugaben bat, so dass den Musikern innerhalb kürzester Zeit das Repertoire ausging. Daraufhin beschloss Lanner, eigene Stücke zu schreiben.

Lanner war es, der die Leichtigkeit des Dreivierteltaktes entdeckte und damit den bis dahin als steif empfundenen Walzer aus den Adelspalästen in die Vorstadt holte und populär machte.

Strauß lieferte seine erste Komposition erst, als Lanner krankheitsbedingt ausfiel. Das Lanner-Orchester war bald so gefragt, dass es sich zweiteilte, um an mehreren Plätzen gleichzeitig spielen zu können. Die eine Kapelle wurde von Joseph Lanner dirigiert, die andere von Johann Strauß. Doch ein Musikant wie Strauß Vater konnte nicht lange die Nummer zwei bleiben, er gründete daher im September 1825 sein eigenes Orchester. Die Trennung der beiden Musiker verlief brutal. Bei der letzten gemeinsamen Vorstellung im Tanzsaal Zum Bock auf der Wieden kam es zu einer Wirtshausrauferei, in deren Verlauf Musikinstrumente und Fensterscheiben zerschlagen wurden.

Nach dem »Walzerkrieg« waren die Wiener in zwei Lager geteilt. Die Lannerianer besuchten die Lokale, in denen der eine dirigierte, die Straußianer die anderen.

Joseph Lanners Werke - allen voran sein Schönbrunner Walzer - waren damals genauso populär wie die von Strauß. Jedes der beiden Orchester hatte in der Ballsaison bis zu 200 Mann und spielte, umjubelt von seinen Fans, in allen großen Konzertsälen auf.

Wie Strauß Vater hatte auch Lanner drei hoch begabte Kinder. Doch da sie alle in jungen Jahren starben, war es ihm nicht vergönnt, seinen Namen in ihnen fortleben zu lassen.

Im Jahre 1841 ließ Lanner sich ein Haus in Oberdöbling - auf der Höhe der heutigen Gymnasiumstraße - bauen. Einer zeitgenössischen Schilderung zufolge war im Erdgeschoss die Köchin untergebracht, während er selbst mit seiner Freundin Marie Kraus zwei kleine Zimmer im ersten Stock bewohnte. Der Vater des Dreivierteltakts starb hier - nur 42 Jahre alt geworden - am 14. April 1843.

Quelle: Markus

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