Theodor Billroth war alles andere als ein trockener Wissenschafter, man schätzte den großen Arzt auch als überaus geselligen Mann und genialen Musiker. Johannes Brahms, einer seiner engsten Freunde, widmete ihm sein Streichquartett in a-Moll, und der berühmte Operateur komponierte auch selbst.
In seinem Salon standen immer zwei Klaviere, und die Konzertabende in seinem Haus auf der Alser Straße waren legendär. Als man dem auf der Insel Rügen geborenen Arzt einen Lehrstuhl für Chirurgie in Berlin anbot, lehnte er ab, weil ihm "das künstlerische Leben in Wien viel zu lieb geworden" war.
Billroth war eine überaus populäre Erscheinung. Vor seiner Sommervilla am Wolfgangsee gab es eine Haltestelle "Billroth", in der die Bahn nur für ihn hielt.
Als er mit 58 Jahren an einer bedrohlichen Lungenentzündung erkrankte, bangte ganz Wien um sein Leben. Wieder genesen, veranstaltete man ihm zu Ehren einen Fackelzug, an dem Tausende Menschen teilnahmen.
Billroth kommentierte den Aufmarsch mit den Worten: "Es war eine schöne Theodor Billroth Leich."
Die gab's dann wirklich, als Billroth völlig überraschend am 6. Februar 1894 im Alter von 64 Jahren während eines Kuraufenthalts in Abbazia an Herzversagen starb.
Die sterblichen Überreste des berühmtesten Arztes seiner Zeit wurden nach Wien überführt, wo Billroth unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in einem Ehrengrab am Zentralfriedhof beigesetzt wurde.
(Quelle: Markus) |