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Rotenmühlgasse
Sage Wassermännlein

Rotenmühl-Hof, Rotenmühlgasse 4/Ecke Schönbrunner Straße

 

Der Name der Rotenmühlgasse geht auf die "Untere rote Mühle" zurück, die etwa zwischen Rotenmühlgasse und Bischoffgasse lag, und erstmals 1450 genannt wurde. Sie bestand bis in die Barockzeit, an ihrer Stelle ließ Kaiserin Maria Theresia 1770 die Gardekaserne bauen, die später als Reiterkaserne diente.

Die "Obere rote Mühle" lag in Hietzing, im Bereich des heutigen Schönbrunner Schlossbereiches, sie war ein Ersatzbau für die einstige Kattermühle (an deren Stelle das Schloss Schönbrunn erbaut wurde).

Vom Wienfluss zweigten Mühlbäche ab, deren Wasserstand durch Wehranlagen oberhalb der Lobkowitzbrücke geregelt werden konnte. 
Das Wort "rot" im Mühlennamen hat vermutlich nichts mit der Farbe zu tun, sondern ist vom Wort "roden" abgeleitet. Die Mühle stand also im gerodeten Gebiet mit Feldern, Weideflächen und Weingärten - inmitten der großen Meidlinger Wälder.

Rotenmühl-Hof
Rotenmühlgasse 4/Ecke Schönbrunnerstr.

Es gab eine weitere große Mühle in Meidling, die "Mauerbachmühle" (im Bereich Aichholzgasse). Erstmals genannt 1340 war sie im Besitz der Kartause Mauerbach. Schwer beschädigt vom Hochwasser 1656, wurde sie nicht mehr aufgebaut.
Eine andere kleine Mühle stand in Gaudenzdorf nahe dem Gürtel, sie diente später als Lagerhalle und wurde 1880 abgebrochen.

Das Wasser des Wienflusses wurde nicht nur für den Betrieb von Mühlen genutzt, auch viele Wäscher, Färber und Gerber siedelten sich an der Wien an. Die wirtschaftliche Bedeutung dieses Gewässers zeigt sich auch im Herzschild des Meidlinger Bezirkswappens: Die Wellen weisen auf den Wienfluss hin, die Nymphe mit den Kannen auf die Heilquellen (Theresien- und Pfannsches Bad).
Damit ist das Meidlinger Bezirkswappen das einzige von Wien, welches direkten Bezug auf den Wienfluss nimmt, und es ist auch das einzige, welches eine weltliche Frau zeigt (Mariendarstellungen gibt es einige Male), und diese gleich nackt!

Rotenmühl-Hof
Rotenmühlgasse 4/Ecke Schönbrunner Straße

 
Das große Flussbecken der Wien lässt heute nur mehr eine Ahnung der Gefährlichkeit des Flusses zu. Immer wieder ertranken ungeübte Schwimmer, und bei einem Hochwasser im Jahre 1785 stieg der Wasserpegel um neun Meter, die Wellen waren eineinhalb Meter hoch.

So entstanden auch einige Sagen, die mit dem Wienfluss in Verbindung stehen (siehe unten). Dabei ist die Quelle des Wienflusses so "harmlos", dass in der Biedermeierzeit ein Witz darüber kursierte: Wenn jemand den Fuß auf diese Quelle stellt, würden sich die Wiener wundern, wenn der Wienfluss auf einmal ohne Wasser wäre ...

Der Wienfluss im Bezirkswappen Meidling

 

Die erste wirksame Regulierung der Wien, die auch den Meidlinger Raum betraf, erfolgte 1814 bis 1817: Das Flussbett zwischen der heutigen Kennedybrücke und dem Donaukanal wurde vertieft, die Uferböschungen wurden gepflastert. 

Endgültig gebändigt wurde die Wien in den Jahren 1895 bis 1902, zugleich mit dem Bau der Stadtbahn: Bei Tullnerbach entstand der Wienerwaldsee mit dem Nutzwasserwerk; am Stadtrand von Wien, zwischen Mariabrunn und Hütteldorf wurden drei Sammelbecken gebaut. Im weiteren Verlauf wurde die Flussrinne fest ausgebaut und teilweise überwölbt.

Wienfluss, Schönbrunnerbrücke - Blick Richtung Lobkowitzbrücke

Wassermännlein mit Fischen, Nymphe und Mühlrad
Rotenmühlgasse 13 (Ecke Schönbrunnerstraße 291)
An das Wassermännlein in der Wien erinnern Keramikskulpturen an dem Haus Rotenmühlgasse Nr. 13.  Eine Inschrift erzählt: "Hier, wo die Mühle stand, hat eine Nymphe die Quelle entdeckt, wurde aber vom Wassermännlein, sein grustes Haar sich kämmend, dauernd erschreckt." Sage vom Wassermännlein in der Wien. Es gibt in Meidling noch weitere Abbildungen von Wassermännlein: Im Bezirksteil Wilhelmsdorf handelt die Sage vom Wassergeist von Wilhelmsdorf.

Wassermännlein
Gemeindebau Ecke Rauchgasse/Vierthalergasse
Wassermännlein
Eichenstrasse Nr. 50 - 52 (Detail)

Jänner 2007