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Home | Friedhöfe | Zentralfriedhof | Geschichte | Eröffnung 1874

Geschichte des Wiener Zentralfriedhofes

provisorisches Hauptportal   

Eröffnung zu Allerheiligen   

Einweihung durch Kardinal Rauscher

Die erste Leich'   

provisorisches Hauptportal

Obwohl sich die Architekten Mylius und Bluntschli vertraglich verpflichtet hatten, zur Überwachung der Bauarbeiten gelegentlich nach Wien zu kommen, kam es zu Missverständnissen und dadurch zu Bauverzögerungen.

Jedenfalls war zur Eröffnung des Friedhofes im Jahre 1874 nichts fertig, man musste sich mit provisorischen Wartehallen etc. begnügen. Die Zusammenarbeit mit den beiden Architekten wurde aufgekündigt, es kam zum Baustopp. Zum Glück, denn so hatte dreißig Jahre später der Jugendstil Gelegenheit, auf dem Zentralfriedhof einzuziehen.

Als der Zentralfriedhof unter (nicht von!) Kaiser Franz Josef 1874 eröffnet wurde, sah der Haupteingang bei Tor 2 noch ganz anders aus als heute. Das Jugendstilportal entstand erst Jahre später, zusammen mit den Aufbahrungshallen und der Friedhofskirche.

Das Wiener Extrablatt lästerte über das Hauptportal von 1874: "Zwei einstöckige Häuser simpelster Bauart: eines für den Totengräber, eines für den Gärtner. Dazwischen eine Wartehalle aus Holz gezimmert, im lustigsten Schweizer Stile - ungefähr wie das Zaubertheater im Prater."

Eröffnung zu Allerheiligen 1874

 

Die Eröffnung des Zentralfriedhofes erfolgte am Allerheiligentag, am 1. November des Jahres 1874. Mit einer Feier wurde das kommunale Bauwerk seiner Bestimmung übergeben.

Das einmalige Ereignis, die Eröffnung eines Groß-Friedhofs, lockte viele Neugierige an, noch dazu war das Ziel bequem zu erreichen: Am selben Tag wurde die Pferdetramway zum Zentralfriedhof im Betrieb genommenen.

Einweihung durch Kardinal Rauscher

Der Erzbischof von Wien, Kardinal Othmar von Rauscher hatte die Einweihung bereits am Vortag der Eröffnung, also am 31. Oktober 1874 um 10 Uhr vormittags, ohne Vorankündigung und ohne Publikum durchgeführt.

Der sakrale Akt wurde so beschrieben: "Dichte Nebel wallten über der Gegend und verhüllten den größten Teil des künftigen Gottesackers, als der Wagen vor dem hölzernen Schweizerhause hielt, welches die Wartehalle für das Publikum vorstellt.

Die Segnung begann zuerst beim eisernen Kreuze, welches über Verfügung des Bürgermeisters Felder aufgestellt wurde .... zum Schluss wurde auch die Leichenkammer gesegnet, womit der Weiheakt beendet war."

"Während im Inneren des Friedhofs die Zeremonie vorgenommen wurde, fand gleichzeitig in der Nähe eine Hasenjagd statt, und die Schüsse der Jäger knallten lustig zwischen die Gebete der einweihenden Priester."

Bürgermeister Felder
 

Die erste Leich'

Am Eröffnungstag übergab man dreizehn Leichen der Erde. Die Toten wurden in geschlossenen Trauerwagen zum Friedhof gebracht. Wenn ein Leichenwagen das Haupttor passierte, ertönte ein Glöckchen, worauf die Hinterbliebenen die Wartehalle verließen, und dem Leichnam zum Grabe folgten.

Der Trauerkondukt des Privatiers Jakob Zelzer war die "erste schöne Leich' mit großem Pomp", denn die anderen wurden in einem Gemeinschaftsgrab beigesetzt.
Zelzer fand in einem eigenen Grab seine letzte Ruhestätte, das noch heute in der Gruppe 0, Grabnummer 1 erhalten geblieben ist.

Zu finden ist dieses Grab an der Friedhofsmauer, ungefähr 100 Meter rechts vom Haupteingang. Auf dem Weg dorthin liegt das Verwaltungsgebäude, in dieses sollten Sie unbedingt hineinschauen, denn dort erhält man Informationen, Pläne, Broschüren und Prospekte über den Zentralfriedhof.

Jakob Zelzer, Gruppe 0, Nr. 1

Lageplan Grab Zelzer

Hier ruht Herr Jakob Zelzer, Bürger von Wien.
Tief betrauert von seinen Kindern.

Lageplan Grab Zelzer